Seit 2014 und heuer zum fünften Mal gibt es in der Passionszeit die Aktion „Prominent gepredigt“, bei der an 4 Sonntagen Personen des öffentlichen Lebens, also aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und natürlich auch Kirche der Einladung von Pfarrer Matthias Schricker folgen und in der evangelischen Auferstehungskirche in Regen das Wort ergreifen.
Bevor Thomas Guba, der das letztes Jahr gegründete neue Dekanat Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden gemeinsam mit Dekanin Ulrike Dittmar leitet, an den Ambo trat, freute sich Pfarrer Matthias Schricker dass er neben den vielen Gemeindegliedern auch Landrat Dr. Ronny Raith sowie den 1. Bürgermeister der Stadt Regen, Alois Kroner, begrüßen konnte. In seiner Begrüßung schlug Pfarrer Schricker schnell den Bogen von dem thematischen Sonntag „Lätare“, dem Freudensonntag, zu seiner Freude darüber, dass Dekan Guba der Einladung in den „Süden“ des, zwischenzeitlich flächenmäßig mit 7453 km² größten Dekanats Bayerns, gefolgt ist.
Die Leitlinie für die Prominenten Prediger stellt in diesem Jahr die Jahreslosung „Prüfet alles, und behaltet das Gute“, aus dem 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher dar . Der 58jährige Dekan griff dieses Thema auf und teilte seine Predigt in drei Abschnitte: Zunächst zeigte er auf, was ihm derzeit in seinem Leben und Glauben alles nicht gut tut. Er zeigte die gesellschaftliche Entwicklung im eigenen Land auf, die ihm Sorge bereitet, und erklärte, dass es bei weitem nicht mehr so einfach ist, wie früher, seinen Glauben offen zu bezeugen. Die Gefahr, in eine totalitäre Staatsform abzugleiten, müsse erkannt und abgewendet werden. In diesem Jahr, in dem der 80. Todestag Dietrich Bonhoeffers, in Deutschland gefeiert wird, habe dies eine besondere Bedeutung. Guba verwies aber auch auf die Entwicklungen in den USA, die ihm Sorge bereiten, wo Opfer zu Tätern gemacht und bestehende Staatsgrenzen nicht mehr anerkannt werden.
Im zweiten Teil seiner Predigt stellte Dekan Guba dar, was der Glaube in seinem Leben bedeutet, und wie Glaube gelebt werden kann. Man muss kein Superchrist sein, zeigte er auf, indem er das Beispiel eines Gesprächs mit den Eltern eines Täuflings brachte. Es ist schon viel Wert, wenn sie mit ihrem Kind abends ein Nachtgebet sprechen oder ihnen Geschichten aus der Kinderbibel vorlesen. Als Pfarrer sieht Guba seine Rolle auch insbesondere darin, Gesprächspartner zu sein, auch dies sei eine Rolle, der jeder gerecht werden kann.
Im dritten Teil seiner Predigt nannte Dekan Guba drei Bibelstellen, die ihn in seinem Leben begleiten und aus denen er Mut und Zuversicht schöpft: Hierzu gehören berühmte Zitate aus dem Buch Kohelet, wie "Ein jegliches hat seine Zeit! Mit einem weiteren Bibelzitat spannte auch Dekan Guba den Bogen zum Sonntag Laetare, indem er aus dem 4. Kapitel des Philipperbriefes den vierten Vers zitierte der da lautet: "Freut euch im Herrn allezeit, abermals sage ich: Freut euch!". Dekan Guba schloss mit einem letzten Zitat aus der Offenbarung des Johannes, Vers 21: "Mit der Hütte Gottes bei den Menschen, und dass er bei Ihnen wohnen werde" zeigte er anschaulich und tröstlich auf, wie nah gelebter Glaube wirklich sein kann.
Sichtlich beeindruckt waren die Gottesdienstbesucher von dieser Predigt, denn Dekan Guba gelang es, nicht zuletzt aufgrund seiner Fähigkeit, in gut verständlicher Sprache wesentliches darzustellen, die Zuhörer zu erreichen und abzuholen.
Den Gottesdienst umrahmte in gewohnt perfekter Manier der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Regen-Bodenmais unter der Leitung von Lieselotte Hackl.
Am kommenden Sonntag um 09.30 Uhr beschließt der Krimiautor, Gymnasiallehrer und Schulleiter a.D. Ossi Heindl aus Frauenau die diesjährige Reihe "Prominent gepredigt". Man ist gespannt, ob hier das Lieblingsschimpfwort seines Krimihelden Max Esterl, "Kruminale", Einzug hält.
Text: Klaus Pister
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